Schon die Römer machten sich die Wasserkraft im ersten Jahrhundert vor Christus zu Nutzen. Über die Jahre wurden die Techniken zur Energiegewinnung verfeinert. Dies führte zu einer Produktivitätssteigerung und gleichzeitig zu einem wirtschaftlichen Aufschwung. Heute wird die Wasserkraft nicht mehr zum Antrieb von Produktionsmaschinen genutzt, sondern vielmehr um saubere Energie zu erzeugen. So können schon jetzt rund 20 % des Energiebedarfs gedeckt werden. Jedoch ist das Potenzial noch lang nicht ausgeschöpft. Experten zufolge könnte die Energieproduktion aus Wasserkraft fünfmal so hoch sein. Somit leisten Wasserkraftwerke einen bedeutenden Beitrag zur Lösung des Weltenergieproblems.

Die geografische Verteilung der Wasserkraft

Die geografische Verteilung der Wasserkraftwerke ist recht unterschiedlich. So liegen rund zwei Drittel der auf der Erde nutzbaren Wasserkraft in Ländern der Dritten Welt. Misst man die weltweit installierten Kraftwerke an ihrer Leistung, so stellt man fest, dass sich die Leistungsstärksten durchweg außerhalb Europas befinden. Die Rangliste führt dabei das brasilianische Kraftwerk ITAIPú an. Jährlich produziert das Wasserkraftwerk eine Strommenge von 12.600 MW. Etwas weniger produzieren die Anlagen in Nord- und Südamerika. Unter den ersten 25 leistungsstärksten Kraftwerken findet man lediglich ein europäisches. Mit rund 2.563 MW belegt das Wasserkraftwerk Kuybischew an der Wolga Platz 13 in der Weltrangliste der leistungsstärksten Anlagen.

Wasserkraft in Deutschland

Die Nutzung der Wasserkraft ist in Deutschland schon weit vorangeschritten. Derzeit werden rund 70 % der möglichen Ressourcen zur Stromerzeugung genutzt. Dadurch lassen sich im Durchschnitt 18 Mrd. kWh jährlich produzieren. Durch den immer weiter voranschreitenden Ausbau wird eine Steigerung auf 20 Mrd. kWh vorausgesagt. Aus technischer Sicht sind sogar noch weitere 7 Mrd. kWh möglich. Jedoch würde dafür vielfach der Landschaftsschutz vernachlässigt und zudem betriebswirtschaftliche Überlegungen in den Hintergrund gedrängt werden.

Wasserkraft als Trend

Ähnlich wie bei Lebensmitteln aus ökologisch unbedenklichem Anbau, wächst bei der Bevölkerung auch die Nachfrage nach Ökostrom. Wasserkraft, Sonnenenergie, Windkraft oder Geothermie erfreuen sich somit einer steigenden Beliebtheit. Die Versorger werben mit gezielten Slogans und versuchen dadurch neue Kunden zu gewinnen. Derzeit bietet fast jeder Versorger einen Öko-Tarif an. Dies muss jedoch nicht zwangsläufig heißen, dass dieser Stromanbieter selbst Ökostrom produziert. Oftmals kaufen die Energieanbieter den Strom nur bei den Produzenten ein. Dadurch trägt man als Verbraucher zum weiteren Ausbau umweltfreundlicher Energieerzeugung bei.